Archive nach Kategoerien: Gesellschaft

Hinterlasse einen ersten Eindruck

Der erste Eindruck ist entscheidend. Manchmal ist der erste Eindruck so entscheidend, dass dieser für immer nachwirkt. Vor Jahren hat ein bekanntes Schuppenshampoo mit den Worten geworben:

„Du bekommst keine zweite Chance, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen.“

Auch wenn ich das erwähnte Shampoo nicht benutze, diese Firma hat recht.
Wie sehen Menschen – die das erste Mal da sind – den Beginn deiner Gründungsgemeinde oder auch z.B. den Gottesdienst deiner etablierten Gemeinde?
Wenn du mit der Gründungsarbeit beginnst ist es sehr wichtig, darüber nachzudenken, wie du dabei wirkst, was der erste Eindruck ist, den du hinterlässt. Es ist wichtig, sich zuvor sehr sorgfältig in die Menschen vor Ort hineinzufühlen. Wir benötigen dafür Gottes Weisheit und seine Sichtweise für den Stadtteil oder den Typ von Menschen, denen wir das Evangelium weitergeben wollen.
Wie ticken die Leute? Was sind ihre Gewohnheiten? Was sind ihre Wünsche? Sind die Menschen „von hier“ oder Zugezogene? Willst du mit einer Gründung genau das tun, was zwanzig andere Kirchen und Gemeinden vor Ort tun, oder etwas anderes? Passt das formal überhaupt zu den Menschen?
Manchmal sind die ersten Anfänge von Gemeindegründungen von einer gewissen Ignoranz geprägt. So könnte man z. B. die neue Gemeinde mit einer Postkarte in die Gesellschaft vor Ort mit folgendem Text einführen: „Endlich eine Kirche mit freundlichen Menschen und toller Musik!“.
Auch wenn dir genau diese Punkte sehr wichtig sind, was für eine Beleidigung wäre das für alle etablierten Gemeinde am Ort? Weiterlesen

Mehrwert ist mehr Wert …

Seit einiger Zeit hören wir immer wieder den Satz: „Es soll einen Unterschied machen, ob die Gemeinde in unserer Stadt da ist oder nicht“.
An dieser Stelle hat sich bereits, so stelle ich fest, ein kleiner Paradigmenwechsel vollzogen.
Das Bild der kleinen Herde, die im Industriegebiet hinten – dritte Drahtrolle links – möglichst versteckt auf den Himmel wartet, hat sich gewandelt hin zu einer Gemeinde, die ein Teil der Gesellschaft sein möchte, bis dahin, dass sie diese zumindest regional mitgestaltet.

Und doch, wenn wir auf die Homepages vieler unserer Gemeinden schauen, finden wir dort eigentlich sehr egozentrische Botschaften:

„Komm in unseren Gottesdienst“
„Wir haben tolle Musik!“
„Wir starten mit einer neuen Predigtserie!“

Wir meinen es nicht so und doch haben unsere Einladungen einen tendenziell selbstbezogenen Charakter nach dem Motto: Schau, was wir Tolles für dich haben, es wird dein Leben verändern.
Und ich glaube, dass viele Events die wir ja auch mit viel Mühe planen, wirklich das Potential haben, Menschenleben positiv zu verändern. Natürlich!
Und doch machen viele Gemeinden von uns die Erfahrung, dass die Menschen sich so nicht einladen lassen. Wir können noch so viele Scheinwerfer auf uns selbst richten und Selfie´s von unserer tollen Veranstaltungslandschaft schießen.

„Die Mütter aus der Krabbelgruppe kommen einfach nicht in unseren Gottesdienst …“

heißt es dann gefrustet.

Wir scheinen aber neben aller Selbstbezogenheit auf der anderen Seite auch schon am Beginn eines neuen Weges zu stehen:
Freikirchliche Gemeinden wollen an vielen Stellen heute gesellschaftsrelevant sein, sie wollen einen Mehrwert bieten. Weiterlesen