Archive nach Kategoerien: Allgemein

Hinterlasse einen ersten Eindruck

Der erste Eindruck ist entscheidend. Manchmal ist der erste Eindruck so entscheidend, dass dieser für immer nachwirkt. Vor Jahren hat ein bekanntes Schuppenshampoo mit den Worten geworben:

„Du bekommst keine zweite Chance, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen.“

Auch wenn ich das erwähnte Shampoo nicht benutze, diese Firma hat recht.
Wie sehen Menschen – die das erste Mal da sind – den Beginn deiner Gründungsgemeinde oder auch z.B. den Gottesdienst deiner etablierten Gemeinde?
Wenn du mit der Gründungsarbeit beginnst ist es sehr wichtig, darüber nachzudenken, wie du dabei wirkst, was der erste Eindruck ist, den du hinterlässt. Es ist wichtig, sich zuvor sehr sorgfältig in die Menschen vor Ort hineinzufühlen. Wir benötigen dafür Gottes Weisheit und seine Sichtweise für den Stadtteil oder den Typ von Menschen, denen wir das Evangelium weitergeben wollen.
Wie ticken die Leute? Was sind ihre Gewohnheiten? Was sind ihre Wünsche? Sind die Menschen „von hier“ oder Zugezogene? Willst du mit einer Gründung genau das tun, was zwanzig andere Kirchen und Gemeinden vor Ort tun, oder etwas anderes? Passt das formal überhaupt zu den Menschen?
Manchmal sind die ersten Anfänge von Gemeindegründungen von einer gewissen Ignoranz geprägt. So könnte man z. B. die neue Gemeinde mit einer Postkarte in die Gesellschaft vor Ort mit folgendem Text einführen: „Endlich eine Kirche mit freundlichen Menschen und toller Musik!“.
Auch wenn dir genau diese Punkte sehr wichtig sind, was für eine Beleidigung wäre das für alle etablierten Gemeinde am Ort? Weiterlesen

Franchise Kirche: Multisite

Letzte Woche bin ich gefragt worden, ob es nicht viel sinnvoller ist „Multisite“ Gemeinden zu gründen. Ein paar Gemeindegründungsgedankensplitter … 😉

Eine Multisite Gemeinde ist eine einzige Gemeinde, aber in der Regel mit einem (Haupt-)Pastor und einem Leitungskreis. Eine Multisite Gemeinde feiert in der Regel aber die Gottesdienste zusätzlich zum Hauptcampus an unterschiedlichen Standorten.

Argumentation für Multisite …

Es liegt häufig folgende Argumentationskette zugrunde:

Wenn ich ein neues Café irgendwo an einer anderen Stelle der Stadt eröffne, dauert es Jahre, bis Menschen herausgefunden haben, dass ich nun dort bin. Selbst wenn sie es herausfinden, werden sie nicht meinen Espresso probieren, denn sie kaufen sich bereits ihren Kaffee in einem anderen Café, dass bereits vor Ort ist, nennen wir es „Cafékette Sternenbock“.

Auf der anderen Seite, wenn „Sternenbock“ einen neuen Standort eröffnet, werden sofort Hunderte von Menschen an diesem neuen Ort Stammgäste. Warum ist das so? Sie kennen bereits die „Sternenbock“ Marke und wissen, welche Auswahl an Kaffee es dort gibt und wie die Pappbecher schmecken.

Viele Gemeinden wären daher aus meiner Sicht zu einer Multi-Site-Strategie aus folgenden Gründen zu bewegen:

Eine eigenständige Gemeinde zu gründen kann Jahre dauern, bis diese wirklich selbstständig ist. Aber eine Erweiterung der etablierten größeren Gemeinde kann viel leichter entstehen. Statt mühsam mit einem kleinen Starteam sich zu fragen, wie Gemeinde an dem neuen Ort und Kontext aussehen könnte, kann man  mit vielen Besuchern am ersten Tag rechnen, weil viele die Hauptgemeinde bereits kennen und gut finden.

Aber ist dass wirklich sinnvoll?

In einer zunehmend kirchenfernen Kultur in Deutschland können auch die beste Anbetung und tollste  Gottesdienstqualität ihren Reiz verlieren. Natürlich, Gemeinden wie ICF oder weitere fahren – etwas sehr platt formuliert – genau eine solche attraktionale Strategie. Aber ist das die Zukunft oder Ausdruck einer perfektionierten Vergangenheit?

Die Popularität von vielen Amateurproduktionen z.B. bei Youtube Vlogs u.v.m zeigt, Weiterlesen

Mehrwert ist mehr Wert …

Seit einiger Zeit hören wir immer wieder den Satz: „Es soll einen Unterschied machen, ob die Gemeinde in unserer Stadt da ist oder nicht“.
An dieser Stelle hat sich bereits, so stelle ich fest, ein kleiner Paradigmenwechsel vollzogen.
Das Bild der kleinen Herde, die im Industriegebiet hinten – dritte Drahtrolle links – möglichst versteckt auf den Himmel wartet, hat sich gewandelt hin zu einer Gemeinde, die ein Teil der Gesellschaft sein möchte, bis dahin, dass sie diese zumindest regional mitgestaltet.

Und doch, wenn wir auf die Homepages vieler unserer Gemeinden schauen, finden wir dort eigentlich sehr egozentrische Botschaften:

„Komm in unseren Gottesdienst“
„Wir haben tolle Musik!“
„Wir starten mit einer neuen Predigtserie!“

Wir meinen es nicht so und doch haben unsere Einladungen einen tendenziell selbstbezogenen Charakter nach dem Motto: Schau, was wir Tolles für dich haben, es wird dein Leben verändern.
Und ich glaube, dass viele Events die wir ja auch mit viel Mühe planen, wirklich das Potential haben, Menschenleben positiv zu verändern. Natürlich!
Und doch machen viele Gemeinden von uns die Erfahrung, dass die Menschen sich so nicht einladen lassen. Wir können noch so viele Scheinwerfer auf uns selbst richten und Selfie´s von unserer tollen Veranstaltungslandschaft schießen.

„Die Mütter aus der Krabbelgruppe kommen einfach nicht in unseren Gottesdienst …“

heißt es dann gefrustet.

Wir scheinen aber neben aller Selbstbezogenheit auf der anderen Seite auch schon am Beginn eines neuen Weges zu stehen:
Freikirchliche Gemeinden wollen an vielen Stellen heute gesellschaftsrelevant sein, sie wollen einen Mehrwert bieten. Weiterlesen

3 Gedanken – Gemeindegründung und Gemeindeerneuerung

Viele wissen, dass ich es liebe über Gemeindegründung nachzudenken. Wie muss Kirche in der heutigen Zeit aussehen? Zusätzlich liebe ich aber auch sehr die etablierten Gemeinden.
Ich beschäftige mich also fast ebenso leidenschaftlich gern mit Gemeindeerneuerung, wie Gemeindegründung ein wichtiger Punkt meines Lebens ist. Es ist ein großer Denkfehler, zu denken, dass man sich zwischen Gemeindegründung und Gemeindeerneuerung entscheiden müsste. So seltsam das auch klingen mag: Das Gründen von neuen Gemeinden ist eine der allerbesten Methoden, um viele ältere Gemeinden in der näheren Umgebung zu beleben. Warum denke ich das?

Neue Gemeinden sind innovative Denkanstöße für alle Gemeinden am Ort

Viele Gemeinden bestehen darauf, dass alle zur Verfügung stehenden Ressourcen genutzt werden sollten, um bestehenden Gemeinden zu helfen, Menschen zu erreichen. Aber es gibt kaum einen besseren Weg, älteren Gemeinschaften die neuen Hilfsmittel und Methoden zum Erreichen neuer Menschengruppen beizubringen, als durch das Gründen neuer Gemeinden. Weiterlesen

Grundlage – Bewegt von Gottes Liebe

Jede Form der Mission wurzelt in Gott selbst und beginnt mit Gottes Liebe zu den Menschen.

Alle Mission beginnt mit Gott und Gemeinde entsteht als ein Ergebnis der Mission Gottes, als ein Raum der Liebe Gottes. Gottes Mission ist ein Ausdruck der Liebe Gottes zu uns – Gott ist Liebe. Darum entspringt unsere eigene Motivation für die Mission immer aus der Liebe Gottes. Daher ist es gerade in etablierten Gemeinden für die missionarische Aktivität wichtig, dass Menschen, die schon länger gläubig sind, immer wieder neu und in kreativer Form mit dieser Liebe in Kontakt kommen. Welche neuen Bilder können wir immer wieder neu für diese Liebe, für das Evangelium finden?

Es ist wichtig zu realisieren, dass wir uns – wie an so vieles andere auch – eben auch an den Glauben gewöhnen können. Die Grundlage aller Mission ist aber die Betrachtung der Liebe Gottes zu uns.

So sehr Gott hat die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht. Johannes 3,16 (LUT)

Wer ist Gott eigentlich für mich? Was heißt es für mich, dass Gott ein Gott der Liebe ist? Warum ist das Evangelium für mich „Gute Botschaft“?
(Vgl.auch Joh, 3,16; Epheser 3,17-19; 2. Kor 5,14)

Zum Wesen der Liebe Gottes gehört es, Weiterlesen