3 Gedanken – Gemeindegründung und Gemeindeerneuerung

Viele wissen, dass ich es liebe über Gemeindegründung nachzudenken. Wie muss Kirche in der heutigen Zeit aussehen? Zusätzlich liebe ich aber auch sehr die etablierten Gemeinden.
Ich beschäftige mich also fast ebenso leidenschaftlich gern mit Gemeindeerneuerung, wie Gemeindegründung ein wichtiger Punkt meines Lebens ist. Es ist ein großer Denkfehler, zu denken, dass man sich zwischen Gemeindegründung und Gemeindeerneuerung entscheiden müsste. So seltsam das auch klingen mag: Das Gründen von neuen Gemeinden ist eine der allerbesten Methoden, um viele ältere Gemeinden in der näheren Umgebung zu beleben. Warum denke ich das?

Neue Gemeinden sind innovative Denkanstöße für alle Gemeinden am Ort

Viele Gemeinden bestehen darauf, dass alle zur Verfügung stehenden Ressourcen genutzt werden sollten, um bestehenden Gemeinden zu helfen, Menschen zu erreichen. Aber es gibt kaum einen besseren Weg, älteren Gemeinschaften die neuen Hilfsmittel und Methoden zum Erreichen neuer Menschengruppen beizubringen, als durch das Gründen neuer Gemeinden. Es sind die neuen Gemeinden, welche die Freiheit haben, innovativ zu sein und zur „Forschungs- und Entwicklungsabteilung“ für die gesamte Christenheit in einer Stadt zu werden. Häufig sind die älteren Gemeinden zu zurückhaltend, um eine bestimmte Vorgehensweise auszuprobieren, bzw. waren völlig davon überzeugt, „dass das hier nicht funktionieren kann“. Aber wenn eine neue Gemeinde in einer Stadt Dinge ausprobiert, die der HERR segnet, bemerken die anderen Gemeinden dies früher oder später vielleicht, und werden dazu ermutigt, diese selber einmal auszuprobieren.

Neue Gemeinden  unterstützen in der Regel die Muttergemeinde

Die größten Gemeinden unseres Bundes – Bonn, Gießen,München, Nürnberg, Berlin-Projekt … und viele weitere … – sind allesamt gründende Gemeinden.  Meistens wurden mehrere Tochtergemeinden gegründet. Die Aussage: „Wir wollen große Gemeinde werden, um die Gesellschaft vor Ort auch nachhaltig mit ganz anderen Möglichkeiten mit dem Evangelium erreichen zu können und daher gründen wir zurzeit nicht!“ hört sich zunächst logisch an, ist aber wahrscheinlich nicht richtig.  Wenn wir in unsere junge Kirchengeschichte als Bund FeG schauen, müssen wir feststellen, dass es heißen muss:

„Wir wollen große Gemeinde werden, um unserem Ort noch besser dienen zu können … und deswegen gründen wir Tochtergemeinden!“

Es ist so etwas, wie eine Verjüngungskur. Wie meine drei Kinder mich jung halten und ich z. B. erklärt bekomme, was „Instagram“ ist und wofür man das braucht, so halten auch Gemeindegründungen die Muttergemeinde jung und engagiert. Der „Erfolg“ neuer Gemeinden fordert die etablierten Gemeinden häufig auch dazu heraus, sich selbst ganz neu zu bewerten. Manchmal ist es nur der Kontrast zur neuen Gemeinde, der es den älteren Gemeinden möglich macht, endlich ihre eigene Vision, Besonderheit und Identität erstmalig oder ganz neu auszudefinieren. Oft gibt das (Bekehrungs-) Wachstum neuer Gemeinden den älteren Gemeinden neue Hoffnung, „dass es doch möglich ist“. Manchmal führt es sogar zur Demut bezüglich pessimistischer und hoffnungsloser Einstellungen.

Neue Gemeinden sind manchmal Evangelisten für andere Gemeinden mit

Manchmal lernen Menschen in neuen Gemeinden Jesus kennen, landen dann aber aus unterschiedlichen Gründen in einer älteren Gemeinde. Manchmal ist die neue Gemeinde sehr aufregend und nach außen gewandt, aber gleichzeitig sehr instabil oder unreif in ihrer Leiterschaft. Dafür werden diese dann auch oft zurecht kritisiert. Daher können Menschen teilweise die turbulenten Veränderungen, die regelmäßig in neuen Gemeinden auftreten, nicht so gut aushalten. Diese Menschen wechseln dann in eine bestehende etablierte Gemeinde „wo die Welt wirklich ein bisschen mehr in Ordnung ist“. Manchmal schafft eine neue Gemeinde so einen Raum, wo ein Mensch in seiner ihm angemessenen Form Jesus kennenlernen kann. Aber derjenige merkt merkt bald, dass er nicht in das soziologische Gefüge der neuen Gemeinde hineinpasst, und fühlt sich deswegen eher zu einer etablierten Gemeinde hingezogen, in der die Bräuche und die Kultur z. B. vertrauter sind.

Ein paar Gemeindegründungsgedankensplitter zum weiterdenken …

 

2 Gedanken zu “3 Gedanken – Gemeindegründung und Gemeindeerneuerung”

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